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 WRRL - Maßnahme 9 
Machbarkeitsstudie zur Verbesserung der Wasserqualität des Parchauer Sees

Nahe der Stadt Burg ist die Ortschaft Parchau, dort befindet sich der Parchauer See. Der Parchauer See ist in 3 Teilabschnitte unterteilt, die alle durch Durchlässe aus Mauerwerk verbunden sind. Der westliche Abschnitt hat eine Fläche von 19,2 ha, der mittlere Abschnitt von 7,73 ha und der östliche Abschnitt von 7,82 ha. Es ergibt sich eine Gesamtfläche des Sees von 34,75 ha. Beim Parchauer See handelt es sich um einen ehemaligen Elbverlauf, welcher heute abgeschnitten vom direkten Hochwassereinfluss der Elbe in der fossilen Überflutungsaue hinter dem Elbewinterdeich liegt. Das Gewässer ist durch den Gewässerkundlichen Landesdienst als Altgewässer-Typ 20A.4 ausgewiesen. Das Einzugsgebiet des Sees umfasst heute das Elbe-Gebiet Blumenthal und Schartau sowie Flächen nördlich des Elbe-Havel-Kanals bei Burg. Die Fläche des Einzugsgebietes beträgt ca. 3.300 ha und wird überwiegend landwirtschaftlich intensiv genutzt. Der Zulauf des Parchauer Sees besteht aus Gewässern 2.Ordnung. Diese Gewässer befinden sich in der fossilen Überflutungsaue der Elbe östlich und nördlich des Sees. Diese werden bei Elbehochwässern daher lediglich durch Qualm- und Drängewasser zeitverzögert am Hochwassergeschehen der Elbe beteiligt. Weiterhin wird über einen Ablauf westlich des Sees der Herrenseegraben, ein Gewässer 2. Ordnung, beschickt. Nach EG-WRRL ist der See Bestandteil des Oberflächenwasserkörpers HAVOW 10-00.

Der See wird als Angelgewässer und Badegewässer genutzt. Im mittleren Abschnitt des Sees befindet sich ein Campingplatz. Das Gewässer war nach alten Daten des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Lebensraum für Fischotter, gebänderte Prachtlibelle, Flussaal und einige weitere geschützte Lebewesen.

In den Jahren ab 2017 bis 2020 kam es verstärkt in dem See zur Faulgasbildung und zum Fischsterben, Es sind ca. 1300 Fische in einem Jahr verendet. Weiterhin kam es im Gewässer zur verstärkten Bildung von Cyanobakterien, auch als Blaualgen bekannt. Ursache für diese Eutrophierungserscheinungen sind hohe Phosphoreinträge aus dem Einzugsgebiet und seeintern aus dem Sediment.  

Am Parchauer See wurde bereits eine Voruntersuchung der Sedimente durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass im Gewässersediment ein erhöhter Sulfat- und TOC-Wert vorliegt und das Sediment den Zuordnungswert Z2 bekam.

Durch die Machbarkeitsstudie soll festgestellt werden, wodurch es zu Phosphoreinträgen, Fischsterben und Blaualgenbildung im Gewässer kommt. Weiterhin sollen Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Gewässerqualität erarbeitet werden, so dass es zu einer Reduzierung bzw. Bekämpfung von Nährstoffeinträgen kommt und die Gewässerökologie sich im Parchauer See erholt und verbessern kann. Es soll durch die Machbarkeitsstudie aufgezeigt werden, welche Maßnahmen einen positiven Effekt auf das Gewässer haben, um dauerhaft einen geringeren Phosphor-gehalt zu gewährleisten, den Fischbestand zu sichern, stabile Makrophytenbestände zu entwickeln, wie eine Erhöhung von Ansiedlungen durch Makrozoobenthos und Insekten erzielt wird oder der Schlammanteil im Gewässer reduziert werden kann. Ebenfalls soll abgeschätzt werden, wie die Erfolgsaussichten von einzelnen Maßnahmen aus der Machbarkeitsstudie am Gewässer sind und welche einen langjährigen Erfolg versprechen. Dafür soll für die Maßnahmen auch eine Kostenanalyse durchgeführt werden. 

Ein Ingenieurbüro soll ein Monitoring durchführen und Vorschläge für Maßnahmen auf Grundlage der Analyse zur Verbesserung der Gewässerqualität erarbeiten.   

Die Arbeiten für die Studie sollen über ein Jahr erfolgen, so dass alle Einwirkungen auf das Gewässer widergespiegelt und entsprechende Resultate abgeleitet werden können.  

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